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KI kommt an: Vom Hype zur kontrollierbaren Unternehmensinfrastruktur

Wie wird aus ersten KI-Experimenten eine Lösung, die sich sicher und wirtschaftlich in den Unternehmensalltag integrieren lässt? Genau darum ging es bei „AI A.N.D. YOU Teil III“ in der IHK Gießen-Friedberg. CCNet war vor Ort und brachte die Perspektive einer kontrollierbaren Unternehmens-KI in die Diskussion ein.

Grafische Ankündigung der Veranstaltung „KI kommt an bei AI A.N.D. YOU in der IHK Gießen-Friedberg“ mit Logos von A.N.D., IHK und CCNet

KI kommt an: Vom Hype zur kontrollierbaren Unternehmensinfrastruktur

Am 25. August 2026 wurde in der IHK Gießen-Friedberg nicht nur über die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz gesprochen. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, wie Unternehmen KI heute konkret einsetzen können – und was nötig ist, damit aus einzelnen Anwendungen eine belastbare Unternehmenslösung wird.

Für CCNet war Carmine Squillace vor Ort. In seinem Impulsvortrag und den anschließenden Diskussionen im Barcamp ging es vor allem um einen Punkt: Unternehmens-KI muss mehr können, als gute Antworten zu erzeugen. Sie muss kontrollierbar werden.

Carmine Squillace bei seinem Impulsvortrag auf der Bühne

Nicht das Internet fragen. Das eigene Unternehmen fragen.

Viele Unternehmen haben mittlerweile erste Erfahrungen mit generativer KI gesammelt. Der nächste Schritt ist jedoch deutlich anspruchsvoller. Denn im Unternehmensalltag reicht allgemeines Wissen aus einem Sprachmodell häufig nicht aus. Entscheidend sind die eigenen Informationen: interne Dokumentationen, Prozesswissen, Richtlinien, Projekterfahrungen oder das Wissen langjähriger Mitarbeiter.

Eine Unternehmens-KI kann diese Wissensbestände miteinander verbinden und über eine natürliche Abfrage zugänglich machen. Dabei geht es nicht darum, bestehende Ablagen einfach durch einen Chatbot zu ersetzen.

Die eigentliche Aufgabe besteht darin, eine kontrollierte Wissensbasis aufzubauen:

  • Wissen sichern, damit es auch bei Personalwechsel verfügbar bleibt.
  • Informationen leichter zugänglich und auffindbar machen.
  • Wissen skalieren, sodass es nicht nur einzelnen Mitarbeitern zur Verfügung steht.
  • Neue Erkenntnisse strukturiert wieder in die Wissensbasis zurückführen.

Damit wird KI zunehmend zu einem Bestandteil der Unternehmensinfrastruktur.

Souveränität bedeutet mehr als Datenschutz

Ein zentraler Punkt der Diskussion war der Begriff der digitalen Souveränität. Dabei zeigte sich schnell: Es gibt einen Unterschied zwischen einer allgemeinen Vorstellung von „wir behalten die Kontrolle über unsere Daten” und einer technisch klar definierten, an Sicherheits- und Berechtigungskonzepten orientierten Umsetzung.

Für Unternehmen stellen sich deshalb konkrete Fragen:

Wo liegt unser wertvollstes Wissen? Wer darf darauf zugreifen? Und was wäre möglich, wenn berechtigte Mitarbeiter dieses Wissen direkt über eine KI abfragen könnten? Genau hier unterscheiden sich Unternehmenslösungen von frei verfügbaren KI-Werkzeugen.

Eine kontrollierbare KI-Infrastruktur muss bestehende Rollen, Zugriffsrechte und Informationsgrenzen berücksichtigen. Nicht jeder Mitarbeiter darf automatisch jede Information erhalten – nur weil sie technisch in einer gemeinsamen Wissensbasis vorhanden ist.

Lokale KI verändert auch die Kostenlogik

Neben Datenschutz und Kontrolle spielte im Austausch auch die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Bei vielen extern betriebenen KI-Diensten entstehen Kosten abhängig von Nutzung, Tokens oder API-Aufrufen. Je stärker KI in tägliche Prozesse integriert wird, desto relevanter kann diese variable Kostenstruktur werden. Bei einem lokalen beziehungsweise privaten Betrieb verändert sich diese Logik. Eine externe Token- oder API-Abrechnung pro Nutzung kann entfallen. Stattdessen werden Infrastruktur, Betrieb und Energie zu den maßgeblichen Kostenfaktoren.

Das bedeutet nicht automatisch, dass lokale KI immer günstiger ist. Sie ist eine Investitionsentscheidung, die zum jeweiligen Nutzungsszenario passen muss. In dem von CCNet vorgestellten Szenario lag der errechnete Return on Invest bei rund 18 Monaten.

Gerade bei dauerhaft genutzten Unternehmensanwendungen lohnt sich deshalb der Vergleich zwischen laufenden nutzungsabhängigen Kosten und einer eigenen Infrastruktur.

Diskussion am Whiteboard im Barcamp nach dem Impulsvortrag

Vom KI-Experiment zum konkreten Use Case

Die Diskussionen des Abends haben gleichzeitig gezeigt: Unternehmen brauchen nicht möglichst viele KI-Projekte. Sie brauchen die richtigen.

Ein sinnvoller Einstieg beginnt deshalb nicht mit der Frage, welches Sprachmodell gerade die höchsten Benchmark-Werte erreicht. Er beginnt beim Unternehmen selbst. Wo entsteht heute unnötiger Suchaufwand? Wo hängt Wissen an einzelnen Personen? Welche Informationen werden immer wieder benötigt? Wo könnten Prozesse durch einen sicheren Zugriff auf vorhandenes Wissen beschleunigt werden?

Erst wenn der konkrete Anwendungsfall definiert ist, lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Architektur, welche Modelle und welche Betriebsform benötigt werden.

KI kommt an – jetzt beginnt die eigentliche Arbeit

Der Abend in der IHK Gießen-Friedberg hat gezeigt, dass sich die Diskussion rund um künstliche Intelligenz verändert. Die Frage lautet zunehmend nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen können.

Es geht darum, wie sie KI so einsetzen, dass daraus messbarer Nutzen entsteht – ohne Kontrolle über Daten, Berechtigungen und sensibles Unternehmenswissen abzugeben. Genau an diesem Punkt wird aus dem KI-Hype eine Infrastrukturentscheidung.

CCNet begleitet Unternehmen dabei von der Identifikation geeigneter Use Cases über die Architektur bis zum Betrieb kontrollierter IT- und KI-Infrastrukturen. Im Mittelpunkt stehen Datenkontrolle, Berechtigungen, Sicherheit und wirtschaftlich nachvollziehbare Betriebsmodelle.

Sie möchten wissen, welcher KI-Anwendungsfall sich für Ihr Unternehmen tatsächlich eignet? Sprechen Sie uns an. Gemeinsam betrachten wir Ihre vorhandenen Wissensbestände und prüfen, wo eine lokale oder private Unternehmens-KI einen konkreten Mehrwert schaffen kann.

Bildquelle: AI Netzwerk DACH (https://www.ainetzwerk.de)