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21. Apr. 2025 • 3 Min. Lesezeit
Industrie 4.0: Warum IT- und OT-Security nicht getrennt betrachtet werden dürfen
Industrieunternehmen sind verwundbar!
Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung industrieller Systeme steigt das Risiko von Cyberangriffen drastisch. Unternehmen, die IT- & OT-Security getrennt betrachten, setzen sich hohen Sicherheitsrisiken aus. Produktionsanlagen, IoT-Sensoren und Maschinensteuerungen (SPS, SCADA) sind direkt mit IT-Systemen vernetzt, doch oft fehlt eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie.
Warum ist das gefährlich?
Hacker können über eine kompromittierte IT-Anwendung ins OT-Netz eindringen, Maschinen sabotieren und Produktionsausfälle verursachen.
Was bedeutet IT- und OT-Security in der Industrie?
- IT-Security (Information Technology) schützt Unternehmensnetzwerke, ERP-Systeme, Server und Benutzerkonten.
- OT-Security (Operational Technology) umfasst industrielle Steuerungen, Maschinenkommunikation und Produktionsprozesse.
Früher waren diese Systeme strikt voneinander getrennt, doch mit der Industrie 4.0 wachsen sie immer weiter zusammen. Moderne Fertigungsanlagen sind vernetzt, tauschen in Echtzeit Daten mit IT-Systemen aus und werden aus der Ferne gewartet.
Das Problem:
Viele Unternehmen haben ihre IT abgesichert, aber die OT bleibt verwundbar. Ein Angriff auf die IT kann sich dadurch direkt auf die Produktionsanlagen ausbreiten.
Die 4 größten Cybersecurity-Risiken für IT & OT
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Ransomware in Produktionsnetzwerken
Ransomware-Angriffe sind längst nicht mehr nur ein IT-Problem. Hacker greifen gezielt SPS-Steuerungen und SCADA-Systeme an und legen ganze Produktionslinien lahm.
Beispiel: 2021 wurde der größte Fleischproduzent der Welt, JBS Foods, Opfer eines Ransomware-Angriffs. Die Produktion kam in mehreren Ländern zum Stillstand. -
Fehlende Netzwerksegmentierung
Ohne klare Trennung zwischen IT- und OT-Netzwerken können Angreifer von einem kompromittierten Büro-PC direkt auf Maschinensteuerungen zugreifen.
Lösung: Unternehmen müssen eine Next-Gen Firewall (z. B. Forcepoint) implementieren, um Angriffe aus dem IT-Netz vom Produktionsnetz fernzuhalten. -
Unsichere Fernwartung & Zugriffsrechte
Viele Hersteller bieten Remote-Zugriff auf Maschinen, doch oft fehlt eine sichere Authentifizierung.
Lösung: Mit IAM (Keycloak) können Unternehmen Multi-Faktor-Authentifizierung & rollenbasierte Zugriffe einführen. -
Unentdeckte Angriffe in OT-Umgebungen
IT-Security-Teams überwachen oft nur die IT – doch wer überwacht die OT?
Lösung: SIEM & IDS (z. B. Wazuh, Snort) sorgen für Echtzeit-Erkennung von Anomalien und verhindern gezielte Angriffe.
So schützen Unternehmen IT- & OT-Security gemeinsam
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Netzwerksegmentierung mit Next-Gen Firewall umsetzen
- IT- & OT-Netze trennen (kein direkter Zugriff auf Produktionssteuerungen)
- Firewalls mit OT-spezifischen Schutzfunktionen einsetzen
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IAM (Identity & Access Management) für alle Systeme einführen
- Keycloak als zentrale Zugriffsverwaltung für Maschinen & Steuerungssysteme
- Multi-Faktor-Authentifizierung für externe Wartungsdienste & Admins
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Security Monitoring für IT & OT mit SIEM & IDS integrieren
- SIEM erkennt verdächtige Aktivitäten in IT- & OT-Netzen
- Intrusion Detection schützt Maschinensteuerungen vor Manipulation
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Compliance & Audits nach NIS2 & IEC 62443 sicherstellen
- Alle Sicherheitsmaßnahmen dokumentieren
- Regelmäßige Security Audits & Penetrationstests durchführen
Fazit: IT & OT-Security gehören zusammen!
Die Sicherheitsstrategie der Zukunft muss IT- & OT-Security vereinen. Unternehmen, die ihre Produktionsanlagen ungeschützt lassen, riskieren Produktionsausfälle, Datenverluste und hohe Strafen durch NIS2.
Wie gut ist Ihr Unternehmen vorbereitet?
Besuchen Sie uns auf der SPS Parma und erleben Sie live, wie das CCNet Industrial Security Dashboard IT & OT absichert!
Sicherheit für IoT in der Industrie: Wie Unternehmen vernetzte Geräte schützen können
Warum ist IoT-Sicherheit in der Industrie so wichtig?
Weil jedes ungeschützte IoT-Gerät ein potenzieller Einstiegspunkt für Cyberangriffe ist und gesamte Produktionsnetzwerke gefährden kann.
Was sind typische Sicherheitsprobleme bei industriellen IoT-Geräten?
Fehlende Authentifizierung, veraltete Firmware, unverschlüsselte Kommunikation, direkte Internetanbindung und Manipulationen in der Lieferkette.
Was bedeutet Zero-Trust bei IoT?
Jedes Gerät muss sich authentifizieren – es gibt keinen automatischen Vertrauensvorschuss. Nur explizit erlaubte Geräte erhalten kontrollierten Netzwerkzugang.
Wie kann man IoT-Zugriffe absichern?
Durch Multi-Faktor-Authentifizierung, dedizierte Zugriffsrechte und strikte Identitätsprüfungen für jedes Gerät.
Welche Netzwerkschutzmaßnahmen sind sinnvoll?
Segmentierung von IT-, OT- und IoT-Netzen, Einsatz von Firewalls und Intrusion Detection/Prevention Systemen (IDS/IPS).
Wie sollte IoT-Kommunikation geschützt werden?
Durch den Einsatz verschlüsselter Protokolle wie TLS 1.3 oder DTLS und den Verzicht auf unverschlüsselte Datenübertragung.
Was bringt Firmware-Management für die Sicherheit?
Regelmäßige Updates schließen bekannte Sicherheitslücken. Nur Geräte mit Hersteller-Support sollten eingesetzt werden.
Welche Rolle spielt Monitoring bei IoT-Sicherheit?
Mit SIEM- und Echtzeitüberwachung lassen sich Angriffe frühzeitig erkennen und analysieren – auch in IoT-Datenflüssen.
Was fordert NIS2 und IEC 62443 in Bezug auf IoT?
Sie verlangen definierte Sicherheitsmaßnahmen, klare Rollenverteilungen und Nachweise über den Schutz von vernetzten Industriekomponenten.